Reizdarm Leitlinien Juni 2017

[Juni 2017]

Reizdarmsyndrom - Leitlinie

Der Begriff des Reizdarmsyndroms (RDM Irritable Bowel Syndrom/IBS) hat sich entwickelt aus Berichten von und über Patienten mit chronisch wiederkehrenden Abdominalbeschwerden, die mit verändertem Stuhlverhalten einher gehen. 2011 entwickelte die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) in Zusammenarbeit mit elf weiteren nationalen Fachgesellschaften sowie der Selbsthilfegruppe betroffener Patienten eine interdisziplinäre S3-Leitlinie mit Handlungsempfehlungen für Ärzte.
Derzeit (2017) wird die Leitlinie Reizdarmsyndrom von 2011 überarbeitet.

Ziele dieser Leitlinie

Ziel dieser Leitlinie ist es, den aktuellen Kenntnisstand zu Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie aller Formen des Reizdarmsyndroms bei Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren zusammenzufassen, zu bewerten und in praxisrelevante Empfehlungen zu übertragen. Mit der „Reizdarm-Leitlinie“ wurden erstmals evidenzbasierte Empfehlungen zur symptomorientierten medikamentösen Therapie des Reizdarmsyndroms erarbeitet, die sowohl etablierte Therapien als auch moderne und alternative Therapieverfahren berücksichtigen und bewerten. Die Leitlinie soll der evidenzbasierten Fort- und Weiterbildung dienen und auf dieser Basis eine Verbesserung der medizinischen Versorgung dieser Patienten in der ambulanten und stationären Versorgung erreichen.

Für wen ist die Leitlinie?

Die Empfehlungen der Leitlinie richten sich an alle Berufsgruppen, die Patienten mit Reizdarmsyndrom behandelt, an Gastroenterologen, Allgemeinmediziner, Internisten, Kinder- und Jugendmediziner, Chirurgen, Schmerztherapeuten, Ernährungsmediziner, Naturheilkundler, Psychologen, Psychiater, Psychosomatiker etc. ebenso wie an Betroffene und Leistungserbringer (Krankenkassen, Rentenversicherungsträger). Sie ist im Internet unter www.dgvs.de zu finden (derzeit abgelaufene Leitlinie Reizdarm). Mehr zum Reizdarmsyndrom finden Sie hier.

Definition Reizdarmsyndrom laut Leitlinie

Entsprechend der Leitlinie ist das Reizdarmsyndrom wie folgt definiert:
Die Krankheit des Reizdarmsyndroms (RDS; Irritable Bowel Syndrome/IBS) liegt vor, wenn alle 3 Punkte erfüllt sind.
  1. Es bestehen chronische, d.h. länger als 3 Monate anhaltende Beschwerden (z.B. Bauchschmerzen, Blähungen), die von Patient und Arzt auf den Darm bezogen werden und in der Regel mit Stuhlgangsveränderungen einhergehen.
  2. Die Beschwerden sollen begründen, dass der Patient deswegen Hilfe sucht und/oder sich sorgt und so stark sein, dass die Lebensqualität durch sie relevant beeinträchtigt wird.
  3. Voraussetzung ist, dass keine für andere Krankheitsbilder charakteristischen Veränderungen vorliegen, welche wahrscheinlich für diese Symptome verantwortlich sind.

Letzte Änderung: 08.06.2017

Dr. med. Thomas Krause

Autor

Dr. med. Thomas Krause

Facharzt für Innere Medizin. Zertifikat CED der DGVS, Psychosomatische Grundversorgung.

Gastroenterologie Opernstraße
Dres. med. Langenkamp, Krause, Falk, Kuhn, Steinbrück

Opernstraße 9

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