Darmkrebsvorsorge trotz Pandemie

[August 2021]

Darmkrebsvorsorge trotz Covid-19-Pandemie

In Deutschland haben Männer ab dem Alter von 50 Jahren und Frauen ab dem Alter von 55 Jahren - egal ob gesetzlich oder privat versichert - Anspruch auf kostenlose, regelmäßige Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen mit Hilfe einer Koloskopie (Darmspiegelung).
Das so genannte Darmkrebs-Screening - die Früherkennungsuntersuchungen für große Gruppen gesunder Menschen - wird nun schon seit einigen Jahren von den Krankenkassen angeboten und von der Bevölkerung auch zunehmend genutzt. Dies mag der Grund sein, dass zuletzt die Zahl der über 50-Jährigen, die an Darmkrebs erkrankten, abnahm.

Allerdings scheint der positive Trend derzeit unterbrochen zu sein.
Während es noch lt. Zentralinstitut der kassenärztlichen Versorgung 2019 gegenüber 2018 einen Anstieg von 14,4% der Vorsorgekoloskopien gab, lag die Anzahl der Früherkennungs-Darmspiegelungen 2020 lediglich auf Vorjahresniveau - wobei zwischenzeitlich zwischen Mitte März und Ende Mai 2020 Rückgänge um bis zu 43 Prozent registriert worden sind.

Darmspiegelung kann Darmkrebs verhindern
Die Hygiene bei einer Darmspiegelung wird sehr ernst genommen und die Praxen, die Darmspieglungen anbieten, legen größten Wert darauf, dass sich PatientInnen nicht infizieren. Wenn sich die Menschen aus Angst vor einer Ansteckung an COVID-19 scheuen, sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, riskieren sie andere schwerwiegende Erkrankungen. So sollte man sich noch mal deutlich machen, dass die Darmspiegelung eine ist Untersuchung, mit der der Darmkrebs nicht nur früh erkannt, sondern auch verhindert werden kann.

„Gerade vor dem Hintergrund rückläufiger Zahlen ist es wichtig, dass Ärztinnen und Ärzte ihre Patientinnen und Patienten über das Früherkennungsprogramm gezielt informieren und sie zur Teilnahme am Darmkrebsscreening motivieren“, sagte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) [siehe hier] und Dr. Müller-Ziehm erläutert: "Die Hygiene Maßnahmen sind gerade in der Endoskopie besonders streng und werden vom Gesundheitsamt regelmäßig überwacht. COVID 19 bedeutet, dass noch strengere Hygiene Maßnahmen in der Endoskopie veranlasst worden sind, als sie vor der Pandemie schon galten. Wir empfehlen daher unseren Patientinnen und Patienten, die sinnvollen Vorsorgekoloskopien regelmäßig - auch trotz der Pandemie, wahrzunehmen."

Letzte Änderung: 07.08.2021