Eine kranke Leber tut nicht weh

September 2021

Fettleber: Nichtinvasive Diagnose mit Ultraschall

Fettleber
In Deutschland haben etwa 25% der Erwachsenen über 40 Jahre und etwa jedes dritte übergewichtige Kind eine so genannte Fettleber.
Die Ursache einer Fettleber kann eine Leberentzündung durch Hepatitisviren oder übermässiger Alkoholkonsum sein - aber häufiger ist die nichtalkoholische Fettlebererkrankung NAFLD (non-alcoholic fatty liver disease), die hauptsächlich durch Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel verursacht wird. Unbehandelt kann die NAFLD zur Abnahme der Leberfunktion, zu Leberentzündungen, Leberzirrhose oder Krebs führen. Wird die Erkrankung aber frühzeitig erkannt, kann sich die Leber mit Hilfe von Ernährungs- und Lebensumstellung häufig wieder vollständig erholen.

Weil die Fettleber meist ohne Symptome einhergeht, bzw. Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung selten mit der Leber in Verbindung gebracht werden, bemerken Betroffenen häufig jahrelang nichts von den Fetteinlagerungen in ihrer Leber.

„Obgleich es aktuell noch keine medikamentöse Therapie gegen die Leberverfettung gibt, so ist eine frühzeitige Diagnose der nichtalkoholischen Fettlebererkrankung sinnvoll, um Spätschäden und Komplikationen zu vermeiden. Insbesonders, weil es heute sehr gute nicht invasive Untersuchungsmethoden gibt, empfehlen wir potentiellen Risikogruppen, ihre Leber regelmäßig überprüfen zu lassen.“, so Dr. Landry vom Gastroenterologie-Portal.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) weist darauf hin, dass sich eine Fettleber - deutlich bevor spezifische Symptome auftreten - durch eine Ultraschalluntersuchung erkennen läßt. Daher empfiehlt die DEGUM besonders der Risikogruppe (Übergewicht, Bewegungsmangel, schlechte Ernährung, Diabetes, Bluthochdruck) regelmäßig eine entsprechende nicht invasive Untersuchung.

Untersuchungsmethoden

  • Elastographie
    Mit Hilfe der so genannten Elastographie, einer speziellen neuartige Ultraschalltechnik zur Messung der Gewebesteifigkeit bzw. –elastizität, kann das Ausmaß der Leberschädigung bestimmt werden. Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, umso vernarbter und somit um so steifer ist das Gewebe.
  • CEUS (Contrast-Enhanced Ultrasound) - Kontrastmittelsonografie
    Die CEUS, die kontrastverstärkende Ultraschalluntersuchung, wird zur Abklärung von Leberveränderungen und zur Diagnostik bei Leberkrebs eingesetzt. Die CEUS ist eine Ultraschall-Untersuchung, bei der mikroskopisch kleine, gasgefüllte Mikrobläschen als Kontrastmittel in die Vene gespritzt und mit dem Blutstrom transportiert werden. Die Mikrobläschen enthalten Schwefelhexafluorid, ein ungiftiges und sehr stabiles Gas, das weder Niere noch die Schilddrüse belastet und schon nach wenigen Minuten über die Lunge wieder ausgeatmet wird.
    Die CEUS gilt als strahlenfreie Alternative zu CT- und MRT-Untersuchungen, weil sie wenig belastend und preiswert ist und beliebig häufig wiederholt werden kann.
    Leider kann die Kontrastmittel-Sonographie, obgleich sie unbestritten ein sehr geeignetes diagnostisches Verfahren ist, derzeit im ambulanten Bereich nur als Selbstzahlerleistung (IGEL-Leistung) angeboten werden, weil es für gesetzlich Versicherte bisher noch keine Abrechnungsmöglichkeit gibt.

Letzte Änderung: 08.09.2021

Autor
Dr. med. Wilfred Landry

Autor

Dr. med. Wilfred Landry

Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterologie

Medizinisches Versorgungszentrum Dachau

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