Endoskopien in Zeiten von Covid

[Juni 2021]

Endoskopie und bildgebende Diagnostik in Zeiten von Covid-19

Die British Society of Gastroenterology (BSG), die JAG Endoscopy, die Association of Coloproctology of Great Britain and Ireland (ACPGBI) und die Association of Upper Gastrointestinal Surgeons (AUGIS) haben im Januar 2021 neue Empfehlungen zur Endoskopie in Zeiten von Covid-19 herausgegeben. Die Endoskopie als wesentlicher Bestandteil der Diagnose und Behandlung von Darmkrebs und anderen Darmerkrankungen, einschließlich Darmkrebsvorsorge, genießt eine hohe Priorität in unserem Gesundheitssystem. Während zu Beginn der Pandemie noch eher von Vorsorgeuntersuchungen abgeraten wurde, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren, haben die Fachgesellschaften aktuelle und angepasste Empfehlungen herausgegeben, um den PatientInnen die Sorge vor einem Ansteckungsrisiko in der Arztpraxis zu nehmen.

Neben den höchsten Hygienerichtlinien, die während einer Darmspiegelung sowieso immer schon angewendet werden, werden zusätzlich auch die AHA-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten und im Alltag Maske tragen) streng beachtet. So wird in der Arztpraxis bei der Anmeldung sowie in den Aufwachräumen großen Wert auf die Abstände zwischen den PatientInnen gelegt.

Während einer Endoskopie von Covid-19-PatientInnen sollen Ärzte und Mitarbeiter wegen der insbesondere bei der Gastroskopie auftretenden Aerosolbildung die maximale Schutzausrüstung inklusive FFP3-Masken, doppelten Handschuhen, Gesichtsschutz, OP-Haube und Schutzkittel tragen. Der Untersuchungsraum (möglichst mit Unterdruck) muss anschließend desinfiziert werden, das Endoskop selbstverständlich auch nach dem Standardverfahren. Nur zwingend erforderliches Personal sollte im Raum sein.

Endoskopien können trotz der Panemie weiter durchgeführt werden
Den Fachgesellschaften ist es in diesem Zusammenhang auch besonders wichtig, den Hausärzten mitzuteilen, dass Darmspiegelungen auch weiterhin sicher durchgeführt werden können, damit diese ihren PatientInnen die Angst vor einer Covid-19-Ansteckung in der Arztpraxis und während der Endoskopie nehmen können.

Quelle: https://www.bsg.org.uk/covid-19-advice/an-update-to-information-and-guidance-for-endoscopy-services-in-the-covid-19-pandemic-2/

Letzte Änderung: 06.06.2021

Autor
Dr. med. Jens  Müller-Ziehm

Autor

Dr. med. Jens Müller-Ziehm

Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterlogie

Gastroenterologische Schwerpunktpraxis

Falkenstr. 27

30449 Hannover

Fon: 0511 - 35 36 74 -0

'http://gastro-han.de'