Magen- und Sodbrennen [06/2012]

[Juni 2012]

Sodbrennen – „Gott steh' mir bei“

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In Shakespeares König Heinrich IV. stöhnt Sir John Falstaff: „Gott steh' mir bei! Da müßte ich sicher vor Sodbrennen umkommen.“
Ein „heißes Aufwallen“ nach einem fetten Braten kommt bei jedem dritten Deutschen hin und wieder mal vor. Allerdings leiden knapp 20 Prozent unserer Bevölkerung regelmäßig am sogenannten Sodbrennen oder Magenbrennen.

Ursachen
Zwar wird unser Lebensstil mit all der Hektik und den Genussgiften Nikotin und Alkohol und nicht selten das Übergewicht für dieses Wohlstandsphänomen mit verantwortlich gemacht, aber schon die alten Ägypter und Römer kannten dieses Brennen im Magen und versuchten ihm mit Tonerden oder zerriebenen Korallen beizukommen.

Wann wird es bedenklich?
Hin und wieder auftretendes Sodbrennen, besonders nach exzessivem fettigen Essen, gilt als normal. Wenn aber das Sodbrennen häufiger auftritt oder täglichen Beschwerden führt, dann kann der Speisebrei mit Salz- und eventuellen Gallensäuren die Schleimhaut in der Speiseröhre verätzen, wo keine Schutzschicht wie im Magen die Oberfläche schützt. Sodbrennen kann mit oder ohne sichtbare Schleimhautschäden vorkommen. In der Mehrzahl, bei ca. 60 % der refluxkranken Menschen, finden sich keine Schleimhautveränderungnen bei der Endoskopie. Bei etwa 40 % der PatientInnen mit Refluxbeschwerden liegen erkennbare Entzündungsreaktionen an der Speiseröhrenschleimhaut vor. Unbehandeltes Sodbrennen hat bei jedem hundertsten, der daran leidet, ernste Folgen. Durch den andauernden Säureeinfluss können in der Speiseröhre Geschwüre entstehen, die Speiseröhre kann vernarben und sich verengen. Durch den sauren Nahrungsbrei können sich die Oberflächenzellen der Schleimhaut verändern und so eine Vorstufe zum Speiseröhrenkrebs entstehen, die sogenannte Barrett-Schleimhaut.

Mehr Informationen zu Sodbrennen finden Sie hier..

Letzte Änderung: 05.06.2021