Vorsorgekoloskopie: 10 Jahre

[Oktober 2012]

zehnter_geburtstag.gifDie Vorsorgekoloskopie, die Darmspiegelung als Maßnahme für eine effiziente Krebsvorsorge, feiert im Oktober in Deutschland ihren 10. Geburtstag. Sie ist seit Oktober 2002 Bestandteil des deutschen Krebsfrüherkennungsprogramms. Ziel der Vorsorgekoloskopie ist die frühzeitige Erkennung von Krebs oder Krebsvorstufen im Dickdarm. Nach einer Vorsorgekoloskopie sinkt das Krebsrisiko bei einer Überwachungsdauer von 15 Jahren um über 50 % gegenüber der nicht kontrollierten Bevölkerung. [Colonoscopic Polypectomy and Long-Term Prevention of Colorectal-Cancer Deaths. Zauber et al. NEJM 2012;366:687-696]

Methoden
Die Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung) können in Deutschland alle Männer und Frauen ab 55 Jahren unabhängig von ihrem persönlichen Risiko auf Kosten der Krankenkassen vornehmen lassen. Bei erstmaliger Durchführung vor dem 65. Lebensjahr sollte die Koloskopie bei unauffälligem Befund nach 10 Jahren wiederholt werden.

Auswertung
Das Zentralinstitut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI) sammelt alle Ergebnisse der durchgeführten Früherkennungskoloskopien und wertet sie aus. Die Daten sind deshalb recht vollständig, weil die Abrechnung der Früherkennungskoloskopien notwendig mit der Meldung an das Register verknüpft ist.

Ergebnis
Acht Jahre nach Einführung der Vorsorgekoloskopie veröffentliche Prof. Dr. med. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg einen Zwischenbericht über die bisherigen Ergebnisse.
Aufgrund der Daten aus den Früherkennungskoloskopieen von 2002 bis Ende 2010 geht man davon aus, dass bundesweit bei Personen im Alter von 55 bis 84 Jahre n etwa 99.000 Darmkrebsfälle verhütet und weitere 47.000 Darmkrebserkrankungen frühzeitig, oft in einem heilbaren Stadium, erkannt worden sind. [Eight Years of Colonoscopic Bowel Cancer Screening in Germany: Initial Findings and Projections. Brenner et al. Dtsch Ärzteblatt Int 2010; 107(43): 753-9; DOI:10.3238/arztebl.2010.0753]

„Diese großen Effekte sind umso erstaunlicher, als nur etwa drei Prozent der Berechtigten pro Jahr am Früherkennungsprogramm teilnehmen“, so Hermann Brenner.
Prof. Brenner wirbt für den weiteren Ausbau des Vorsorgeprogramms: „Noch sehr viel höhere Effekte wären zu erreichen, wenn die Inanspruchnahme des Angebots der Früherkennungskoloskopie noch verbessert werden könnte.“

Letzte Änderung: 01.10.2017