Behandlung mit PPI (Protonenpumpeninhibitoren)

Was ist ein PPI?

PPI ist die Abkürzung Protonenpumpeninhibitor. Sie werden auch als Protonenpumpenhemmer oder Protonenpumpenblocker bezeichnet.
Zu dieser Medikamentengruppe gehören: Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol und Rabeprazol. Sie unterdrücken die Bildung von Säure im Magen, indem sie in den Belegzellen der Magenschleimhaut die Produktion eines Enzyms verhindern, welches den Transport von Protonen aus den Zellen heraus und Kaliumionen in die Zellen bewerkstelligt. Diese Protonen-Kaliumpumpe ist für die Bildung von Magensäure notwendig. Wird diese Pumpe gehemmt bzw. geblockt, so wird weniger Magensäure produziert.
PPI wirken insbesondere auf die von der Nahrungsaufnahme abhängige Säureproduktion.
PPI sind rezeptpflichtige Medikamente, wobei Omeprazol und Pantoprazol in kleinen Mengen zur Selbstmedikation in Apotheken erhältlich sind.

Die richtige Einnahme von PPI

PPI wirken am besten, wenn sie 30 Minuten vor dem Frühstück oder dem Abendessen eingenommen werden. Der Einnahmezeitpunkt wird davon abhängig gemacht, ob die Beschwerden überwiegend im Lauf des Tages oder in der Nacht bestehen.

Indikationsgebiete:

Die Säurehemmung des Magens mit PPI wird erfolgreich in der Akuttherapie der Refluxerkrankung und der Langzeitbehandlung zur Prophylaxe eingesetzt. In der akuten Phase wird zunächst hochdosiert der PPI eingesetzt und kann dann bei Beschwerdefreiheit nach und nach reduziert werden bis zu einer möglichst niedrigen Erhaltungsdosis, unter der Patient beschwerdefrei bleibt.
PPI sind wirksamer als sog. H2-Blocker in der Abheilung von Geschwüren des Magens oder Zwölffingerdarmes. Auch sind sie Mittel der Wahl bei der Prophylaxe von Geschwüren, wenn dauerhaft Schmerz-/Rheumamittel (sog. NSAR) eingenommen werden müssen. Zudem werden sie bei der Behandlung des Bakteriums Helicobacter pylori eingesetzt.

Dosierung von PPI:

Die Einnahme von PPI gegen Sodbrennen sollte ohne ärztlichen Rat maximal vier Wochen erfolgen.
Ansonsten ist die Dosierung abhängig vom Beschwerdebild des Patienten oder vom endoskopischen Befund, welcher bei einer Magenspiegelung erhoben wurde.
Die Dosierung und die Dauer der Einnahme sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Wechselwirkungen:

PPI erhöhen den pH-(Säure)Wert im Magen. Da einige andere Medikamente ein saures Magenmilieu benötigen, um optimal vom Körper aufgenommen zu werden, kann deren Wirkung bei der gleichzeitigen Einnahme von PPI gestört sein. Von daher sollte bei Einnahme weiterer Medikamente dem verschreibenden Arzt eine Behandlung mit PPI mitgeteilt werden, sodass dieser eventuelle Wechselwirkungen berücksichtigen kann.

Verträglichkeit und Risiken:

In der Regel gelten PPI als gut verträglich, allerdings kann es in der Langzeitanwendung zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Als ‚häufige‘ (weniger als 10 %) Nebenwirkung werden Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle und Verstopfung angegeben. Diese treten allerdings in Studien auch nach Gabe von Placebo auf.
Denkbar ist, dass ein Vit.B12-Mangel unter einer Behandlung mit PPI auftreten könnte. Von daher empfiehlt sich eine Blutbildkontrolle nach 2 Jahren PPI-Einnahme.
Die Frage nach einem erhöhten Osteoporoserisiko ist noch nicht abgeschlossen. Eine Säurehemmung allein, ohne weitere Riskofaktoren (Frauen nach der Menopause, Rauchen) scheint das Risiko für Knochenbrüche nicht zu erhöhen, zumal kein Einfluss einer PPI-Einnahme auf die Calciumaufnahme gezeigt werden konnte.
Für weitere Nebenwirkungen, welche immer wieder in der Presse auftauchen, wie Nierenversagen und Demenz gibt es keine verlässlichen Daten.
Das Risiko, durch oral aufgenommene Keime aufgrund eines Mangels an Magensäure eine Infektion zu bekommen ist auch unter Langzeitbehandlung mit PPI äußerst gering.
Bedenkt man, dass ca. 12 % aller Deutschen pro Jahr insgesamt 3,475 Milliarden Tagesdosen an PPI einnehmen und die PPI seit 30 Jahren zur Behandlung Magensäurebedingter Erkrankungen verschrieben werden, so müssen PPI zweifelsfrei als sichere Medikamente angesehen werden.
Dennoch sollte ihr Einsatz kritisch hinterfragt werden und gerade eine Langzeitbehandlung nur durch ärztliche Begleitung erfolgen.

Letzte Änderung: 27.10.2018

Dr. med. Gernot Schönfeld

Autor

Dr. med. Gernot Schönfeld

Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterologie/Proktologie

Facharztzentrum für Gastroentrologie, Proktologie und Hepatologie am Hohenzollernpark

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