CED in Zeiten von Covid-19

[Mai 2021]

CED in Zeiten von Covid-19 - eine Studie von Katja Rothfuss1 and Eduard Stange

Menschen, die unter einer chronischen Darmentzündung leiden, machen sich in diesen Zeiten Gedanken darüber, ob ihre Erkrankung irgendeinen Einfluss auf das Risiko hat, an Covid-19 zu erkranken, oder auf den Krankheitsverlauf, falls sie sich anstecken.

Dieser Frage sind Katja Rothfuss aus Stuttgart und Eduard Stange aus Tübingen in ihrer Studie „CED in Zeiten von COVID-19“ nachgegangen. Das Ergebnis ihrer Untersuchung ergab, dass die CED selbst während einer immunsuppressiven Therapie keine zusätzlichen Risiken bei einer Covid-19-Infektion mit sich bringt.
Colitis-ulcerosa-Patienten zeigten einen eher günstigeren Verlauf der Covid-19-Infektion – das mag möglicherweise daran liegen, dass sie häufiger Nichtraucher sind.

Patienten die 20 mg oder mehr als 20 mg Prednisolon einnehmen sollten Rücksprache mit Ihrem Gastroenterologen halten um das persönliche Risiko abstimmen zu können.

Da in China kaum CED-Patienten von einer Covid-Infektion betroffen waren, gibt es aus dem letzten Jahr noch keine systematischen Daten zu Risiko und Verlauf der COVID-19-Erkrankung bei dieser Gruppe.

Eine neuere französische Studie zeigt ein dreifach erhöhtes Risiko für CED-Patienten, an schweren viralen Infektionen zu erkranken, allerdings gilt dies nicht für eine Covid-19-Infektion. Die wesentlichen Risikofaktoren vermutet man u.a. in einer aktiven Erkrankung und Thiopurinbehandlung, sowie in einer Mangelernährung.

Prinzipiell gelten für CED-Patienten daher die gleichen Empfehlungen für die soziale Distanzierung und Hygienemaßnahmen wie für die Gesamtbevölkerung.

Letzte Änderung: 03.05.2021

Autor
Dr. med. Jens  Müller-Ziehm

Autor

Dr. med. Jens Müller-Ziehm

Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterlogie

Gastroenterologische Schwerpunktpraxis

Falkenstr. 27

30449 Hannover

Fon: 0511 - 35 36 74 -0

'http://gastro-han.de'