Das soll sich bei der Darmkrebsvorsorgeuntersuchung ab 2019 ändern

[August 2018]

Das soll sich bei der Darmkrebs-Früherkennung ändern

Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken hat beschlossen, alle Versicherten, die 50 Jahre oder älter sind, künftig regelmäßig schriftlich zum Darmkrebs-Screening einzuladen.
Das Bundesgesundheitsministerium muss den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses noch prüfen und Ärzte und Krankenkassen müssen sich über die Bezahlung der Mediziner für die Früherkennung einigen.
Der Vorsitzende des Bundesausschusses, Josef Hecken, kündigte an: "Ich werde darauf drängen, dass alle technischen Fragen so zügig geregelt werden können, dass zum 1. April nächsten Jahres die erste Welle der Einladungen versandt werden kann."

Es stehen verschiedene Methoden der Früherkennung zur Auswahl - die Angebote sind für Männer und Frauen unterschiedlich.
Zur Früherkennung von Darmkrebs können die Versicherten wie bisher Tests auf nicht sichtbares Blut im Stuhl und Darmspiegelungen in Anspruch nehmen.

Darmspiegelung
Alle Versicherten haben demnach einen Anspruch auf zwei Darmspiegelungen zur Früherkennung., wobei zwischen den Vorsorgekoloskopien mindestens zehn Jahre liegen sollten. Wenn bei der Untersuchung Schleimhautwucherungen, sogenannte Polypen, entdeckt werden, entfernt der Arzt diese gleich.
Frauen haben diesen Anspruch wie bisher ab 55 Jahren.
Weil Männer aber im Vergleich ein höheres Darmkrebsrisiko haben, wird ihnen die Darmspiegelung künftig bereits ab dem 50. Lebensjahr angeboten.
Wenn das Angebot erst ab 65 Jahren wahrgenommen wird, so besteht nur noch Anspruch auf eine Spiegelung.

Ab dem Alter von 75 Jahren raten Ärzte in der Regel von einer Darmspiegelung zur Früherkennung ab, da ab diesem Alter das Risiko für Komplikationen steigt.

Zur Darmspiegelung empfiehlt sich ein Termin bei einem Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie, also bei einem Magen-Darm-Spezialisten

Stuhltest
Versicherte im Alter zwischen 50 und 54 Jahren haben Anspruch auf einen jährlichen Stuhltest.
Versicherte, die sich gegen eine Darmspiegelung entscheiden, haben ab dem 55. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf den Test auf Blut im Stuhl.
Ist der Stuhltest auffällig, wird der Arzt zur Abklärung eine Darmspiegelung empfehlen.
Ein Stuhltest kann der Hausarzt abgeben.

Ziel des Darmkrebs-Screenings
Die neuen Regeln für das Darmkrebs-Screening haben zum Ziel, dass künftig weniger Menschen an Darmkrebs sterben.
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung. In Deutschland erkranken pro Jahr mehr als 33.000 Männer und mehr als 26.000 Frauen daran. Mehr als 20.000 Menschen jährlich sterben an den Folgen einer Darmkrebserkrankung. Bei Frauen ist Darmkrebs die zweithäufigste Tumorerkrankung nach Brustkrebs, bei Männern die dritthäufigste nach Lungen- und Prostatakrebs.

Letzte Änderung: 09.09.2018

Dr. med. Gernot Schönfeld

Autor

Dr. med. Gernot Schönfeld

Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterologie/Proktologie

Facharztzentrum für Gastroentrologie, Proktologie und Hepatologie am Hohenzollernpark

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45659 Recklinghausen

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