Eosinophile Ösophagitis

Eosinophile Ösophagitis (EoE)

Eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine chronische allergieartige Entzündung der Speiseröhre, die zu erheblichen Schluckbeschwerden beim Schlucken fester Nahrung führt. Bei Säuglingen kann es zum Erbrechen der Nahrung kommen.

Definition

Die Eosinophile Ösophagitis (EE oder EoE) wurde erst Ende der 1970er Jahre als eigenständiges Krankheitsbild erkannt und beschrieben. Seither sind neue Indikatoren entwickelt und getestet worden, die die Entzündung in der Speiseröhre charakterisieren und deren Schweregrad anzeigen. Seit Ende der 1990er Jahren wird sie vermehrt diagnostiziert.

Symptome

Die chronische eosinophile Entzündung kann einen Elastizitätsverlust der Speiseröhre bewirken und es kann durch die Schleimhautverändungen auch zu Einengungen der Speiseröhre (Strikturen) kommen. Zu den typischen Symptomen der Eosinophilen Ösophagitis gehören: Schluckstörungen, Schmerzen hinter dem Brustbein, die nicht Schluck-assoziiert sind. Bolusobstruktion, d.h. es kann sich ein Bissen in der Speiseröhre festsetzen, bei Kindern kann es auch zu Gedeihstörungen kommen. Betroffene Patienten entwickeln sich aufgrund häufig zu Langsamessern, da sie, um ein Verschlucken zu verhindern, zu gutem und langsamen Kauen der Speisen gezwungen sind. Viele der Patienten mit eosinophliler Ösophagitis leiden auch an weiteren Erkrankungen wie Asthma und Nahrungsmittelallergien.

Diagnose

Es gibt eine Vielzahl von Symptomen rund um die Speiseröhre, die auf eine eosinophile Ösophagitis zurückzuführen sind, die aber durchaus auch andere Ursachen haben können. Eine sorgfältige Differentialdiagnostik ist notwendig, um die Diagnose zu sichern. Bei der Differenzialdiagnostik wird auch eine Reflux-Erkrankung ausgeschlossen. Bei der Untersuchung sind nicht selten weiße Auflagerungen zu sehen, die immer mal wieder mit einer ösophagealen Soorinfektion (Pilzinfektion) verwechselt werden. Eine körperliche Untersuchung ist fast immer unergiebig. Bei den typischen Symptomen sollten im Rahmen einer endoskopischen Untersuchung an mehreren verschiedenen Stellen Gewebeproben entnommen werden, die im Labor (histologisch) untersucht werden.

EoE_2a.gif Bei einer Endoskopie werden häufig Längsfurchen und ringförmige Schleimhautveränderungen sowie eine unelastische Schleimhaut, die bei geringstem Kontakt reißt, beobachtet (siehe Abbildungen der Speiseröhre mit ihrer typischen Ringstruktur oben und der typischen Längsfurchenbildung Abbildung unten. Beide Abbildung von Dr. med. Tilo Mackenroth). EoE_1a.gifVon einer eosinophilen Ösophagitis spricht man dann, wenn eine Mindestmenge von veränderten Zellen (eosinophilen Granulozyten) in der Speiseröhre nachgewiesen werden kann. Bei etwa der Hälfte der Patienten finden sich im Blut Hinweise auf die eosinophilie Ösophagitis.

Häufigkeit

Früher galt die als eosinophile Ösophagitis als seltene Erkrankung, seit etwa 15 Jahren allerdings wird sie in allen industrialisierten Ländern zunehmend häufiger diagnostiziert. Das liegt nicht nur an den verbesserten Diagnosebedingungen, man geht tatsächlich von einer echten Zunahme der Erkrankung aus. Auf etwa 3.000 Einwohner kommt in den industrialisieren Nationen heute ein Fall von eosinophiler Ösophagitis. Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten; der typische Patient ist männlich, zwischen 30 und 50 Jahre ALT, und leidet unter Allergien wie Asthma oder Heuschnupfen. Die eosinophile Ösophagitis auch schon im Kindes- und im jüngeren Erwachsenenalter auftreten. Die eosinophile Ösophagitis ist vermutlich in der ganze Welt verbreitet – allerdings liegen aus Afrika keine Zahlen vor.

Ursachen

Man vermutet, dass es verschiedene Ursachen für die eosinophile Ösophagitis gibt. Neben genetischen Faktoren – es wurde 2010 erstmals eine Veränderung auf einem Chromosom 5q22 beschrieben – spielen auch Umwelteinflüsse eine Rolle sowie immunologische Prädispositionen.

Umwelt-Hypothese

Bei der Entstehung der Erkrankung spielen verschiedene Nahrungsmittelbestandteile eine Rolle. Durch eine Elementardiät geht es vielen Patienten deutlich besser. Darüber hinaus scheint die Erkrankung saisonal (im Winter seltener) unterschiedlich stark aufzutreten.

Genetische Disposition

Zum einen gibt es Hinweise auf eine familiäre Häufung, zum anderen ist es erwiesen, dass es mindestens eine (unspezifische) Genmutation gibt, die das Risiko einer Person an einer eosinophilen Ösophagitis zu erkranken, erhöht. Eine solche Genmutation ist auf dem Chromosom 5q22 lokalisiert worden.

Therapie

Heilbar ist die eosinophile Ösophagitis bis heute nicht. Es gibt allerdings Medikamente, die die Entzündung lindern können. Hierzu gehören lokal wirksame Kortisonpräparate, die als Spray in den Rachen gespritzt oder Pulver auf der Zunge eingenommen werden. Wenn die medikamentöse Therapie die Schluckbewerden vermindert, sinkt auch das Risiko von steckengebliebenen Speisen. Hilfreich kann eine hypoallergene Diät sein, bei der der Patient auf sechs Hauptallergene verzichtet. Zu dieser so genannten Elimationsdiät verzichtet der Patient auf Kuhmilch, Soja, Eier, Weizen, Nüsse und Meeresfrüchte. In etwa 70% der Fälle werden die Symptome deutlich geringer. Allerdings ist diese Diät für die meisten Patienten nicht umzusetzen bzw. für die meisten ungenießbar. Zudem flackern die Beschwerden wieder auf, wenn die auslösenden Lebensmittel wieder gegessen werden.

Letzte Änderung: 25.11.2014

Dr. med. Tilo Mackenroth

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Dr. med. Tilo Mackenroth

Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterologie

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Dr. med. Michael Mroß

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Dr. med. Michael Mroß

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