Fruktoseintoleranz

Als Ursache von Bauchschmerzen kommt immer wieder eine Unverträglichkeit von Fruchtzucker vor. Man unterscheidet zwischen

Definition

  • Fruktosemalabsorption (FM)
    Die Fruktosemalabsorption, auch Fruktoseunverträglichkeit genannt, bezeichnet eine Störung der Nährstoffaufnahme und des Nährstofftransportes vom Darm in die Blut- und Lymphbahnen. Hierbei kommt es zu einer eingeschränkten Aufnahme der Fructose im Dünndarm, so dass ein größerer Teil dieser Fructose in den Dickdarm gelangt.
  • Intestinale Fruktoseintoleranz (IFI).
    Liegt eine Fruktosemalabsortion vor und kommt es zu einer zusätzlichen funktionellen Darmstörung, verursacht die in den Dickdarm gelangte Fructose im Dickdarm unangenehme Symptome wie Durchfall, Blähungen oder Schmerzen.
  • Hereditäre Fruktoseintoleranz
    Bei der hereditären Fruktoseintoleranz liegt ein angeborener Mangel des Enzyms Fruktose-1-Phosphat-Aldolase vor. Es handelt sich hierbei um eine erbliche Erkrankung, die nur selten (1:20.000-1:130.000) vorkommt und zu Leberschädigungen, Nierenschädigungen und Hypoglykämien führen kann Bei der hereditäten Fruktoseintoleranz kann die Fruktose ohne Probleme über ein Transportsystem (GLUT-5) im Darm in den Körper aufgenommen, dann aber nicht richtig in der Leber abgebaut werden.

In der älteren Literatur werden diese Begriffe häufig gleichgesetzt, wobei aber übersehen wird, dass eine Fruktosemalabsorption meist nicht dazu führt, dass Fruktose „unverträglich“ ist.

Ursache

In der Wand des Dünndarms ist ein Transportprotein (GLUT-5) für die Resorption der Fruktose zuständig. Die Transportkapazität von GLUT-5 kann angeborener- oder erworbenerweise vermindert sein. Bei einer Fruktosemalabsorption kann die Ursache sein:
  • zu geringe Menge des Transportproteins (GLUT-5),
  • zu geringe Leistung von GLUT-5,
  • zu schnelle Passage des Speisebreis durch den Dünndarm.

Die Problematik kann angeboren sein oder auf Grund einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut durch andere Krankheiten wie Zöliakie, akute Magen-Darm-Entzündung, Morbus Crohn oder Medikamente verursacht worden sein.

Häufigkeit

Die Bedeutung der intestinalen Fruktoseintoleranz hat zugenommen, da sich die Menge an Fruktose in unser industriell hergestellten Nahrung deutlich erhöht hat. Wissenschaftliche Studien in verschiedenen Ländern zeigen, dass bei einer Gabe von 25 g Fruchtzucker etwa ein Drittel der Menschen eine Fruktosemalabsorption aufweist. Von diesen hat wiederum ungefähr ein Drittel Symptome durch die malabsorbierte Fruktose, d. h. es liegt eine intestinale Fruktoseintoleranz vor. Die vererbte Fruchtzuckerunverträglichkeit tritt deutlich seltener auf. Sie wird dann meist schon Säuglingsalter festgestellt und geht auf einen vererbten Enzymmangel zurück. Ein Abbauprodukt des Fruchtzuckers reichert sich in Leber, Niere und Darm an und wirkt giftig. Außerdem behindert es den Abbau der Glukose und verursacht auf diese Weise eine Unterzuckerung.

Symptome

Ist die Aufnahme von Fruktose im Dünndarm gestört, gelangt sie in den Dickdarm und wird dort von Bakterien abgebaut. Es entstehen Gase und kurzkettige Fettsäuren, die zu den folgenden Beschwerden führen können:
  • Blähungen,
  • Bauchschmerzen und Krämpfe,
  • Übelkeit,
  • Aufstoßen,
  • Erbrechen,
  • Völlegefühl,
  • Durchfälle oder
  • Verstopfung.

Therapie

Als Therapie der Fruktoseintoleranz gilt die Reduktion des mit der Nahrung aufgenommenen Fruchtzuckers und die Vermeidung von Sorbit (blockiert die GLUT-5-Transporter vollkommen).

Obst

Ungünstige Obstsorten
(hoher Fruchtzucker-, niedriger Traubenzuckergehalt)
Günstige Obstsorten
(niedriger Fruchtzucker- und hoher Traubenzuckergehalt)
Apfel, Birne, Heidelbeere, Pflaume, Weintrauben und deren Trockenfrüchte. Banane, Ananas, Mandarinen, Erdbeeren, Himbeeren, Papaya, rote Johannisbeeren und Zitrone.

Zucker

Ungeeignete Zuckerarten Erlaubte Zuckerarten
Haushaltszucker (Saccharose), Fruktose, Sorbit, Invertzucker (im Honig). Glukose (Traubenzucker, z. B. Dextropur, begünstigt die Resorption), Laktose (Milchzucker).

Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoffe haben bestimmte Eigenschaften, die sich die Lebensmittelindustrie zu eigen macht. Sie werden u. a. eingesetzt als Kristallisationsverzögerer, Weichmacher, Konservierungsstoffe und Verbesserer der Rehydratisierung von Trockenprodukten.

Bei einer Fruktoseintoleranz sollten auch Zuckeraustauschstoffe gemieden werden. Hinter den Bezeichnungen Fructose, Sorbit und Zuckeralkohole können sich verstecken:

  • Fruktose,
  • Fruchtzucker,
  • Inulin,
  • Fructooligosaccharid,
  • Zuckeraustauschstoff,
  • Maisstärkesirup,
  • Sorbit E 420,
  • Mannit E 421,
  • Isomalt E 953,
  • Maltit E 965,
  • Laktit E 966,
  • Xylit E 967.

Tipps

  • Etwa 20 % der Menschen, die eine Fruktoseintoleranz aufweisen, haben auch eine Laktoseintoleranz. Mit einem Ernährungsberater sollten sie gemeinsam die Unverträglichkeiten klären und einen Speiseplan erarbeiten, der den Beschwerden vorbeugt.
  • Fruchtzuckerhaltiges Obst kann bei gleichzeitiger Aufnahme von Glucok verträglicher sein.
  • Prüfen Sie beim Einkauf immer die Zutatenliste und achten Sie darauf, dass in dem Lebensmittel keine Zuckeraustauschstoffe enthalten sind.
  • Achten Sie auf Fertigprodukte. Zuckeraustauschstoffe finden sich in vielen Fertigprodukten, z. B. in Marzipan, Lebkuchen, Dominosteinen, Bonbons, Kaugummis, Diätlimo und in Diätprodukten usw.

Letzte Änderung: 27.03.2014