Proktoskopie

Bei Proktoskopie (Anoskopie, Analspiegelung oder Enddarmspiegelung) werden der Analkanal und der Enddarm bis zu einer Tiefe von etwa 20 cm untersucht.
Wird der Analkanal bis etwa 30 cm untersucht, so nennt man diese Untersuchung Rektoskopie, die Untersuchung des gesamten Dickdarms nennt man Darmspiegelung (Koloskopie).

Wann ist eine Proktoskopie sinnvoll?

Eine Proktoskopie ist u.a. sinnvoll,
  • bei Hämorrhoiden (zur Diagnostik, Therapie und Kontrolle)
  • bei Entzündungen im Bereich des Enddarms (Kryptitis)
  • bei einer Entzündung der Mastdarmwand und des Analkanals (Proktitis)
  • bei Polypen
Vorbereitung der Proktoskopie
Für die Proktoskopie bedarf es keine Vorbereitung (keine Darmreinigung).

Wie verläuft die Untersuchung?

proktoskop_237_200.jpgFür die Untersuchung wird ein starres, etwa fingerdickes Metallrohr, das mit einer Lichtquelle bestücktes Proktoskop, oder aber ein flexibler Untersuchungsschlauch in den Enddarm eingeführt, der währenddessen durch Einblasen von Luft entfaltet wird. Der Patient liegt während der Untersuchung in Linksseitenlage auf einer Liege oder auf einem besonderen Untersuchungsstuhl.

Bei der Proktoskopie sind Hämorrhoiden gut erkennbar. Sofern Beschwerden wie Blutungen oder Schmerzen etc. durch die Hämorrhoiden verursacht werden, können diese ggf. direkt behandelt werden.

Die Schleimhaut der Hämorroiden kann bei dieser Untersuchung mit einem speziellen Apparat mit einem kleinen Gummiring abgebunden werden, der in der Regel einige Tage später abfällt. Dabei entsteht eine kleine lokale Entzündung. Diese heilt narbig ab und vermindert dadurch den Blutzufluß zu den Hämorrhoiden. Dieses Therapieverfahren nennt man auch Gummibandligatur. In seltenen Fällen kann es durch die sogenannte Gummibandligatur zu Schmerzreizen kommen, oder beim Abfallen des Rings zu Blutungen.

Eine Alternative zur Behandlung der Hämorrhoiden ist die Unterspritzung mit einem Medikament, das die Schleimhaut an dieser Stelle verödet.

Die Untersuchung dauert etwa 5 bis 10 Minuten.Bei sachgerechter Durchführung gibt es nur sehr selten Komplikationen. Die Untersuchung wird nicht als schmerzhaft empfunden.

Letzte Änderung: 19.09.2013