Hepatitis C und ihre Auswirkungen auf das Gehirn

[November 2012]

Die Hepatitis C ist eine der am meisten verbreiteten Infektionskrankheiten und verläuft in dem meisten Fällen (bis 80 %) chronisch. Die Hepatitis C kann im Verlauf der Erkrankung zu schweren Leberschädigungen wie der Leberzirrhose und dem Leberzellkarzinom führen. In Deutschland sind etwa 0,5 % der Bevölkerung infiziert (450.000 bis 500.000 Menschen). Weltweit beträgt die Infektionsrate etwa 3 % (170 Millionen Menschen).

Bei etwa jedem zweiten Patienten/Patientin mit einer chronischen Hepatitis C kommen nach Beginn der Therapie neuropsychiatrische Symptome vor wie

  • Depressionen
  • Angststörungen
  • chronisches Erschöpfungs-Syndrom

Bislang galten diese Symptome als unerwünschte Nebenwirkung der Medikamente. Nun aber hat man festgestellt, dass bei etwa einem Drittel der betroffenen PatientInnen diese Symptome auch nach Absetzen der Medikation anhalten.

Hepatitis-C-Virus als Auslöser neuropsychiatrischer Symptome?
Zwar gibt es Hinweise darauf, dass die antiviral wirkenden Medikamente auf Botenstoffe (das Neurotransmittersystem) im Gehirn wirken, aber als weitere Ursache für die neuropsychiatrischen Symptome wurde auch das Hepatitis-Virus selbst identifiziert. ForscherInnen vermuten, dass das Hepatitis-C-Virus während der Phase, in der die Viren im Blut vorhanden sind (Virämiephase), auch ins Gehirn einwandert und dort zu den oben beschriebenen Symptomen führt. Mehrere Forschungsgruppen arbeiten an diesem Thema, um geeignete Vorkehrungen dagegen treffen zu können. Bis dahin sollen die bislang vorliegenden neuen Erkenntnisse bei der Therapie der Hepatitis C berücksichtigt werden.

Hepatitis C und ihre Auswirkungen auf das Gehirn. M.Peters, E.Wehking. Trauma Berufskrankheiten 27. Mai 2012, pp. 1-5, Springer-Verlag

Mehr Informationen über Hepatitis C finden Sie hier.

Letzte Änderung: 06.06.2021