Darmkrebsvorsorge

Eine sehr wichtige Aufgabe des Gastroenterologen ist die Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung.

In Deutschland ist der Darmkrebs die zweithäufigste Krebsneuerkrankung und die zweithäufigste Todesursache bei den Krebserkrankungen. Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 30.000 Menschen an Darmkrebs. Das liegt häufig daran, dass der Dickdarmkrebs erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium zu Symptomen führt und daher erst sehr spät erkannt wird.

Darmkrebs ist im Frühstadium oft heil- und sehr gut behandelbar.

Ist Darmkrebs vermeidbar?

darm.jpg80 Prozent aller Darmkrebserkrankungen sind durch eine vorsorgliche Darmspiegelung vermeidbar. Daher wurde die Vorsorgedarmspiegelung eingeführt, die den Darmkrebs im Vor- und Frühstadium erkennen soll. Das Darmkrebsrisiko hängt unter anderem von den Ernährungsgewohnheiten ab. Als Risikofaktoren für Darmkrebs werden der häufige Konsum von rotem Fleisch und tierischen Fetten, Alkoholkonsum, Übergewicht und Bewegungsarmut diskutiert. [Abbildung: © Pixologic | Dreamstime.com]

Früherkennung von Darmkrebs

Die Früherkennung von Darmkrebs ist Bestandteil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms. Die Kosten für eine Vorsorgekoloskopie wird ab dem vollendetem 55. Lebensjahr - im Falle eines erhöhten Darmkrebsrisikos auch schon früher - von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Koloskopie stellt derzeit den Goldstandard in der sicheren Früherkennung von Polypen und Frühkarzinomen dar und ermöglicht z.T. auch eine definitive Behandlung in der gleichen Sitzung.

Als gesetzlich Krankenversicherte können Sie sich dabei ohne Überweisung direkt an den Spezialisten wenden und sind von der Zahlung der Praxisgebühr befreit.

Die Vorsorgekoloskopie

Die Vorsorgekoloskopie wurde in Deutschland 2002 einführt. Die statistischen Auswertungen zeigen, dass Darmpolypen in nahezu 30 % aller Untersuchungen nachgewiesen und diese in der Regel sofort entfernt werden konnten. Darmkrebs lag in 0,7 % aller Untersuchungen vor, dabei handelte es sich zu 70 % um ein frühes, heilbares Krankheitsstadium!

Wann ist eine Darmkrebs-Vorsorgekoloskopie sinnvoll?

  • Bei allen Menschen ab dem 55. Lebensjahr.
  • Bei Menschen, die ein Familienmitglied ersten Grades haben, welches an Dickdarmkrebs erkrankt ist, sollte die Vorsorgedarmspiegelung spätestens 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des Angehörigen durchgeführt werden.
  • Bei Menschen, in deren Familie gehäuft unterschiedliche Krebserkrankungen auftreten, empfiehlt es sich dringend, in einer Beratung durch einen Spezialisten zu klären, ob und welche Vorsorgeuntersuchungen in welchen zeitlichen Abständen erforderlich sind, um Ihnen ein größtmögliches Maß an Sicherheit gewährleisten zu können.

Die Darmspiegelung ist das beste und sicherste Verfahren zur Früherkennung von Darmkrebs und ist derzeit durch kein anderes Untersuchungsverfahren (Stuhluntersuchungen, virtuelle Koloskopie) zu ersetzen! beratung_1_400_267.jpg

Mehr Informationen zur Darmkrebsvorsorge und Darmkrebsuntersuchung

Letzte Änderung: 01.10.2017

Dr. med. Hans-Joachim Toermer

Autor

Dr. med. Hans-Joachim Toermer

Facharzt für Innere Medizin

Gastro-Praxis Köln Nord im Facharztzentrum am Heilig Geist-Krankenhaus

Graseggerstr. 105

50737 Köln

0221 - 355 877 0

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